Veröffentlicht am 2013-10-01 · von Martin Brocker · Alle Artikel
Warum ich mit vegan trainieren angefangen habe – und nie mehr aufgehört
2013 war veganes Fitness-Training ein Randthema. Wer in einem Gym sagte, er esse kein Fleisch, bekam meistens einen mitleidigen Blick. „Du wirst schrumpfen." „Ohne Whey kein Gain." „Protein aus Pflanzen zählt doch nicht." Das war der Ton. Nicht böse gemeint, aber fest verankert in einer Fitness-Kultur, die sich Hühnchen-Reis-Brokkoli fast religiös auf die Fahne geschrieben hatte.
Ich war damals 24, trainierte seit drei Jahren und hatte eine gute Basis. Kein Wettkampf-Athlet, aber jemand der das Training ernst nahm. Und ich war neugierig: Was passiert wirklich, wenn ich kein Fleisch und keine tierischen Produkte mehr esse? Wird die Kraft einbrechen? Werde ich magerer, schwächer, weniger energetisch?
Was tatsächlich passiert ist
Die ersten vier Wochen waren unspektakulär. Ich habe zu wenig gegessen – das merkte ich später. Die Verdauung hat sich verändert, mehr Ballaststoffe, mehr Volumen. Ich habe mich leichter gefühlt, aber nicht in einem guten Sinn – eher wie jemand dem Kalorien fehlen. Rückblickend: Ich habe die Umstellung unterschätzt.
Dann kam die Kurve. Ich habe angefangen, ernsthaft zu planen. Mehr Kalorien aus Nüssen, Hülsenfrüchten, Nussmus. Protein gezielt mit Tofu, Seitan, Linsen. B12 supplementiert (das hatte ich anfangs vergessen – keine gute Idee). Und nach etwa sechs Wochen: Die Kraft war zurück. Die Energie war besser als vorher. Der Muskelkater nach intensiven Einheiten war milder. Ich habe mich frischer gefühlt.
Warum ich nie mehr aufgehört habe
Nicht wegen der Ideologie. Klar, ethische Überzeugungen haben eine Rolle gespielt. Aber ehrlich gesagt war der Hauptgrund: Ich habe mich besser gefühlt und meine Kraft hat sich verbessert. Das hätte ich nicht erwartet. Ich dachte, es wäre ein Experiment, das ich nach sechs Monaten mit dem Ergebnis abschließen würde: „Geht, aber ist nicht optimal." Stattdessen blieb ich. Aus rein praktischen Gründen.
Seitdem hat sich viel verändert – in der veganen Fitness-Szene, in der Produktverfügbarkeit, in der Wahrnehmung. Was 2013 ein Nischenthema war, ist heute Mainstream. Aber die Grundwahrheiten sind dieselben geblieben: Wer ausreichend Kalorien und Protein aufnimmt, progressiv trainiert und auf seine Regeneration achtet, wird Muskeln aufbauen – egal ob er Hühnchen isst oder nicht. Das war damals die Erkenntnis. Das ist es heute noch.
Dieser Blog ist das Ergebnis dieser Reise. Viel Spaß beim Lesen.
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